Autogenes Training für Kinder – Informationen und Tipps

Wenn Kinder gesund und ausgeglichen sind, fühlen sie sich wohl und haben Spaß am Spiel. Welche Möglichkeiten gibt es mit autogenem Training, das speziell auf Kinder zugeschnitten ist, positiv auf das Wohlbefinden der Kleinen einzuwirken? Lesen Sie einen Ratgeber zum Thema autogenes Training für Kinder mit wichtigen Infos und Tipps.

Autogenes Training – Allgemeine Informationen

Autogenes Training ist eine spezielle Entspannungsmethode, die auf Autosuggestion beruht. Diese Trainingsmethode wurde aus der Hypnose von einem Psychiater mit dem Namen Johannes Heinrich Schultz entwickelt.

Mit folgenden Stichpunkten lässt sich die Heilmethode des autogenen Trainings genauer beschreiben:

  • der Begriff autogenes Training wird oft mit AT abgekürzt
  • die Entspannungstechniken sind unabhängig von kulturellem Hintergrund anwendbar
  • das erste Buch „Das autogene Training“ wurde im Jahr 1932 veröffentlicht
  • die Disziplin des autogenen Trainings ist aus Beobachtungen bei der Hypnoseforschung entstanden
  • es wird in drei Stufen eingeteilt (Grund-, Mittel-, Oberstufe)
  • Anwendungsbereiche: Sport, Managerschulung, Vorbeugung gegen Burn-Out, im Bereich des Lernens
  • wird meist unter Anleitung eines Arztes oder Psychologen durchgeführt
  • man trainiert sitzend und liegend

(weiterführende Informationen zum autogenen Training und anderen Therapiemöglichkeiten für Kinder gibt es im Heilverzeichnis)

Spezielles autogenes Training für Kinder – Anwendungsbeispiele

Für Kinder sind regelmäßige Entspannungsphasen zwischen dem Spiel und der täglichen Belastung im Alltag notwendig, damit sie sich optimal entwickeln können. Autogenes Training fördert die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden bei Kindern. Selbstwert und Lebensfreude können durch das spezielle Training unterstützt werden. Autogenes Training wirkt bei Ängsten und stärkt die Abwehrmechanismen des Körpers. Außerdem sind die Kinder besser in der Lage bestimmte alltägliche Stresssituationen zu meistern.

In folgenden Bereichen kann das autogene Training zum Einsatz kommen:

Belastende Ereignisse:

Dies können z. B. Streit im Elternhaus, in der Schule und mit Gleichaltrigen sein. Auch bei Situationen, die allgemein als Überforderung wahrgenommen werden, kann autogenes Training hilfreich sein.

Entstehung von Stress im vornhinein:

Dies können z. B. Situationen vor einer Klassenarbeit oder einer geplanten Klassenfahrt sein. Die Stressreaktionen werden durch Gedanken und Empfindungen vor dem jeweiligen Ereignis wahrgenommen. Kinder glauben dann, der kommenden Situation nicht gewachsen zu sein.

Nach dem Erlebnis einer belastenden Situation:

Dies können z. B. Unglücke beim Spielen oder die Trennung der Eltern sein. Diese Situationen werden von den Kinder als verletzend erlebt.

Die Praxis – So läuft das autogene Training bei Kinder ab

Autogenes Training wird sowohl einzeln als auch in Gruppen angeboten. Kinder erlernen die einzelnen Techniken oft schneller als Erwachsene, weil sie in der Regel unbelasteter sind. Dabei umfasst die Behandlung meist 10 Sitzungen. In der Gruppe werden bis zu 10 Kindern behandelt. In den Sitzungen sollten die Kinder zur Ruhe kommen. Dies kann durch kindgerechte Geschichten, in die  spezielle Trainings-Übunsgsätze eingebunden sind, gefördert werden. Zwischen der Autoritätsperson und dem Kind/den Kindern sollte eine vertraute Beziehung herrschen.

Sehr hilfreich ist es, wenn die Bezugsperson selbst auch schon Erfahrungen mit autogenen Entspannungstechniken sammeln konnte. Wenn die Kinder, die die autogenen Techniken erlernen sollen im Vorschulalter sind, ist es hilfreich, wenn die Übungen kontinuierlich und vor allem regelmäßig stattfinden. Autogenes Training ist für Kinder ab 4 Jahren geeignet. Voraussetzung für das Erlernen der autogenen Trainingstechniken sind ausreichende sprachliche und intellektuelle Fähigkeiten.


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